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Leipzig und die Museen – wo fängt man da an?

Bei den Häusern natürlich. Leipzig hat so ca. 40 Museen, die nach gängigen Definition (sammeln, ausstellen, bewahren, vermitteln, wissenschaftlich arbeiten) um Besucher ringen.

Ringen?! Ja: Denn: wenn an etwas gemessen wird dann sind es immer (und in jedem Haus die Besucherzahlen pro Jahr (schon mal merken: Besuch ist nicht gleich Besucher, aber das ist ein Thema für einen anderen Beitrag).

Die offiziellen Zahlen hier einfach mal wiedergegeben: (Anmerkung: Die „jüngsten“ Zahlen sind aus 2017 – als Vergleichsreferenz habe ich 2013 als „ältesten“ Datensatz der offiziellen statistischen Auswertung gewählt).

Es führt das Stadtgeschichtliche Museum mit ca. 480 000 Besucherinnen.

Dazu sollte man wissen, dass unter dieser Marke diverse Häuser und kleinere, wie größere Einrichtungen (wie das dt. Sportmuseum, das quasi nicht zugänglich ist) befinden.

Besuchermagnet unter den Einrichtungen des Stadtgeschichtlichen Museums war konstant das Besucherzentrum am Völkerschlachtdenkmal, was ca. 60 % der Zahlen einbringt (ca. 300000 mit Tendenz nach unten).

Es folgen mit das Zeitgenössische Forum in der Innenstadt (ca. 200 000). Das MdbK mit ca. 120 000 und das Museum „runde Ecke“ mit 104 000 Besucher_innen 2017.

Die GRASSI-Museen schließen sich mit Besucherinnenzahlen um zwischen 80 000 (GRASSI-MAK) bis 35 000 (Musikinstrumente) nach unten an.

Das Naturkundemuseum (worüber an anderer Stelle eine fast epische Debatte um Konzept, Standort und Finanzierung geführt wird) ist mit ca. 45 000 Besucherinnen noch zu erwähnen. (Übrigens: eine Steigerung um immerhin 20 000 Strichen auf der Liste seit 2013! – und das bei den bekannten Bedingungen).

Andere Häuser, wie das Bach-Archiv, die GfzK und das Mendelssohn-Haus kommen auch noch auf relevante Besucherinnenzahlen (30-50 000).

Viele andere Einrichtungen laufen gelinde gesagt, unter ferner Liefen, bzw. freuen sich, wenn sie über 1000 Besucherinnen im Monat kommen.

Btw: Das sagt erstmal nichts über die Qualität der Ausstellungen, des Marketings oder die Konzepte, aber: Die Quantität anhand Besuchszahlen ist eines der wenigen messbaren Kriterien im Museumsbereich und (leider) müssen sich alle Häuser auch in Leipzig daran messen lassen. Erstmal sind das die nackten Zahlen, die hier grob wiedergegeben worden.

Aber: Was nun daran ablesen?

Drei Dinge fallen (mir) sofort ins Auge:

  • Die Leipziger Museumslandschaft schmückt sich zwar mit bis zu fünfzig Einrichtungen – statistisch laufen aber „nur“ die Zahlen für konkret 22 Einrichtungen in die Statistik ein – andere Zahlen muss man sich mühsam zusammensuchen bzw. nach jeweiliger Trägerschaft recherchieren.

  • Es gibt quasi fünf kulturelle Leuchttürme, also Häuser mit auch überregionalem Ruf und entsprechender Anziehungskraft. Ein Ranking nach Besuchszahlen sieht erstmal so aus:

  1. Stadtgeschichtliches Museum
  2. Zeitgeschichtliches Forum
  3. Runde Ecke
  4. MdbK
  5. GRASSI (ja, es sind drei unterschiedliche Häuser, aber: der Leipziger geht ins „GRASSI“)

  • Die Besucher_innenzahlen sind insgesamt rückläufig (mit ein paar spannenden Ausnahmen MdbK und Naturkundemuseum). Es ist innerhalb der Museumslandschaft ein Mantra: Zuwenig Geld, Möglichkeiten und Personal und dann schwinden auch noch die Besucherzahlen. Zieht man einen bundesweiten Vergleich, z. B. mit dem Spartenbericht Museen […], des statistischen Bundesamtes, der mit den zahlen des Institutes für Museumsforschung aus Berlin arbeitet, so steht diese Entwicklung zumindest gegen einen mittelfristigen Trend.
Grafik aus dem Spartenbericht Museen, Bibliotheken und Archive 2017 – statistisches Bundesamt.

Ums kurz zu machen: Die Leipziger Museumsbranche kämpft insgesamt, wie eigentlich alle Häuser, um die Besuchsattraktivität. Die Zahlen stagnieren, oder gehen gar zurück, mit ein paar spannenden Ausreißern nach oben – die hier gern noch näher in den Blick genommen werden. Das ist erstmal ein grobes Urteil, weil in der Statistik „nur“ ca. 20 Häuser gelistet sind. Leipziger Exoten, wie das deutsche Sperrmüllmuseum, das Regenwaldmuseum oder das neue Straßenbahnmuseum sind hierbei noch gar nicht im Blick.

Es gibt also Anlass und genug Ansatz, die Entwicklung im Auge zu behalten, das ein oder andere Haus genauer unter die Lupe zu nehmen und das zu verschlagworten (#museumleipzig).

Stay tuned …

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