Digitale Jobs für die (Museums-) Welt

Ich könnte simpel den Vortrag vom letzten bayerischen Museumstag #BYMT19 der Landesstelle für (nichtstaatlichen) Museen laufen lassen:

Dort (in Neumarkt an der Oberpfalz und Anfang Juli) sprach Sebastian Ruff, seines Zeichens für Digitales in der Stiftung des Stadtmuseum Berlin zuständig, eben zum Thema „Digitale Transformation“ (im Museum).

Mal abgesehen davon, dass unter der Digitalisierung im Museumswesen jeder etwas Anderes versteht (von der klassischen Archivierung analoger und jetzt: digitaler Kulturgüter in Datenbanken bis hin zum Social-Media-Auftritt), zeigt er schön auf, wie breit das Aufgabenfeld eines Digitalverantwortlichen aktuell ist.

Aber: Was genau trifft denn nun den Kern des Pudels, dieses ominös Digitale?

Seine Antwort: Es ist ein …

„fortlaufender, in digitalen Technologien begründeter Veränderungsprozess, der das ganze Museum betrifft.“

Ok – dann also vom Kassensystem bis hin zur 3D-Analyse über die SEO-Redaktion der homepage.

Nein, so einfach ist es dann doch nicht. Es sei auf die europäische Studie zu den digitalen Jobs im Kulturwesen verwiesen. Das Feld wird und sollte sich differenzieren. Die Empfehlung lautet eben den digitalen Transformationsprozess durch die Schaffung entsprechender Stellen zu begleiten.

Neue Digitaljobs

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Konkreter: Neben den Online- und Socialmediaredaktueren, die vor allem das Feld der Außenkommunikation bedienen, sollten weitere Spezialisten in den Häusern tätig werden. Vom Digitalmanager, über den ITler bis hin zu digitalen Kuratoren.

Wie das immer so ist, mit Veränderungsprozessen: Erstens dauert es, bis die Relevanz der Schaffung erkannt wird. Vieles des Digitalen wird entweder nebenbei (soll heißen: zusätzlich zu den bisherigen Kernaufgaben) erledigt, oder eben die Stellenschaffung scheitert an finanziellen, organisatorischen oder schlicht hauspolitischen Gegebenheiten.

Dennoch: Inzwischen tauchen Stellen-Ausschreibungen dieses Schlages auf, erfreulich (denn mein bisheriger Bereich): In München im Deutschen Museum ist aktuell ein eigener digitaler Kurator für die Weiterentwicklung des Museumsguides ausgeschrieben:

Von der Konzeptionierung, über das Projektmanagement bis hin zum digital Storytelling und Schaffung apptauglicher Vermittlungsansätze geht dabei das geplante Aufgabenfeld.

Natürlich gehen größere Institutionen (gut ausgestattete Stiftungen, Bundes- und Landesmuseen) an dieser Stelle voran. Aber: Der Wandel ist da. Auch in kleineren Häusern kann der Direktor eben nicht alles – und dort liegt der Hase im Pfeffer.

Schau ich beispielsweise auf die sächsische Museumslandschaft, dann sind die entsprechenden Fachleute noch rar gesät. Bei der SKD gibt es immerhin einen Referent für Digitale Strategie, ansonsten leider (noch) viel Potential (nach oben).

An dieser Stelle gilt wohl das Zitat (von 2016!) des deutschen Museumsbundes:

“ In vielen Museen fehlen zusätzliche personelle Ressourcen für einen umfassenden Digitalisierungsprozess, bei der Unterstützung sind hier insbesondere die Museumsträger gefragt.“

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